Tierheilpraxis und Hundeschule

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Hundeschule

Tagebuch MeaCara

von Schönhagen

Für wen ist ein Dalmatiner geeignet?

Für Menschen, die einen sehr temperamentvollen, liebevollen Hund gerne mit ins Familienleben und in ihre Aktivitäten (Freizeit und evtl. sogar Beruf) integrieren möchten (einschließlich Urlaub). Wenn Sie gerne bei j e d e m Wetter spazieren gehen, wandern, joggen, Rad fahren oder gar ausreiten. Der Dalmatiner ist auch ein idealer Pferde- oder Kutschenbegleithund.  Dalmatiner lieben auch im hohen Alter von 12 -14 Jahren noch ihre täglichen Spaziergänge.

Sie möchten zusammen mit Ihrem Dalmatiner S p a ß am Hundesport (Agility, Dogdancing, Obedience) haben? Dann werden Sie beide Freude daran haben. Sind Sie aber ehrgeizig und möchten Erfolge und Siege erzielen, wählen Sie eine andere Rasse. Der Dalmatiner kann mal auf einem Turnier tolle Leistungen zeigen, aber ein anderes Mal zieht er es vielleicht vor, lieber auf dem Übungsgelände Spuren zu verfolgen oder er findet die Stangen des Agilityslaloms so faszinierend, dass sie erst einmal beäugt und beschnüffelt werden müssen. Ein Dalmatiner ist kein Hund des absoluten Gehorsams, kein Hund, den Sie drillen können. Die Erziehung und Ausbildung sollte auf gegenseitigem Vertrauen basieren und auf Ihrer K o n s e q u e n z !!! , dann werden Sie Spaß an Ihrem freudig folgenden Hund haben.  Mit hoher Einfühlsamkeit und  kreativen Motivationen können Sie Ihren Dalmatiner sogar zum Therapie- und Behindertenbegleithund, Rettungs- und Sanitätshund ausbilden. Wird er feinfühlig geführt, kann ein zuverlässiger und begeisterter Jagdhund daraus werden.

Nicht nur seine Flecken machen den Dalmatiner zu einem Individualisten unter den Hunden, sondern auch sein Charakter, wie Sie im Auszug aus MeaCara’s Tagebuch lesen können.

 

Auszug aus dem Tagebuch von MeaCara:

12.08.07: MeaCara ist mit ihren 6 Monaten ein wirklich typischer Dalmatiner, nicht nur was die Flecken betrifft sondern ganz besonders ihren Charakter. Diese Hunde mit den runden Punkten können es wirklich in sich haben. Kommentar meines Freundes: „Manchmal ganz schön anstrengend.“

Sie hat manchmal ein kaum zu bändigendes Temperament, dann z.B., wenn mein Freund mit den alten Rüden alleine losgeht und ich mit den jungen Hündinnen laufen gehe. Begegnen wir uns dann auf dem Spaziergang, ist CaraMia kaum zu halten. Sie zerrt an der Leine, wenn sei die anderen Familienmitglieder entdeckt hat, springt mit allen Vieren in die Luft, überschlägt sich wirklich fast vor Freude. Aber anderseits kann sie ruhig stundenlang in ihrem Korb neben meinem Schreibtisch liegen, an dem ich gerade arbeite. Oder sie liegt unangeleint während meiner Vorlesungen ruhig neben mir in ihrem Korb. Aufgrund ihres zeitweise überschäumenden Temperaments nennen wir sie jetzt oft CaraMia.

Sie kann unendlich an der Leine ziehen, wenn SIE irgendwo hin will. Zum Beispiel, wenn sie die Spur eines Rehs aufgenommen hat, das ein Stück auf dem Wanderweg entlanggelaufen ist. Die Nase „klebt“ extrem am Boden,  man wundert sich, dass sie nicht aufgeschürft wird. CaraMia hängt sich dann in ihr Halsband, stemmt die Pfoten in den Boden und gibt Gas. Die Bestandteile des Besitzerschultergelenkes kommen maximal schmerzhaft auf Zug und es fordert manchmal viel Kraft und Kondition, die Hündin bremsen zu können. CaraMia muss dann konsequent und energisch zur Ordnung gerufen werden. Dringt man dann zu ihr durch, läuft sie wie ein Lamm aufmerksam an loser Leine, als ob nichts gewesen wäre – auch nicht die energische Ansage, nicht zu ziehen.

CaraMia hat einen umwerfenden Charme und dabei soll man konsequent bleiben. Erhebe ich die Stimme, um sie davon abzuhalten, die Kunstblume auf dem Treppenabsatz weiter zu sezieren, dreht sie sich um, schaut mich an. Dabei schwingt der ganze Körper  von links nach rechts, wobei so heftig gewedelt wird, dass die Rutenspitze gegen Cara’s Schulterblatt stößt, der Kopf ist leicht gesenkt, die Ohren werden elefantenmäßig gehalten und …..  sie zeigt ihr umwerfendes dalmatinisches Lachen, wobei ihr Nasenrücken total gekräuselt ist und die Lefzen hochgezogen sind, so dass man ihre Schneidezähne sieht. – Tja, selbst ein eingefleischter Dalmatinerbesitzer kann da schwach werden. Möchte sie abends mal nicht vom heiß geliebten Sofa, dreht sie sich auf ihren Rücken und zeigt ihren Bauch, den man dann doch bitte massieren könnte. Gestern sollte sie im Wald einen abgenagten Hühnerknochen auslassen, den sie immer dalmatinerhungrig aufgenommen hatte, tat sie auch prompt, verpasste mir einen charmanten Schmatzer auf meine Nase und nahm den Knochen wieder ins Maul !?! Letztendlich ließ sie ihn dann doch fallen und liegen, da sie bemerkte, dass ich noch sturer bin als sie.

Sie kann sich so herzerfrischend doll freuen und quasselt dann vor sich hin. CaraMia hat ein außerordentliches Repertoire an Tönen, mit denen sie ihre Freude und Begeisterung mitteilt.

Cara ist sehr anhänglich und anschmiegsam. Sie ist ein richtiger Familienmensch, würde man sagen, wäre sie ein Mensch. Sie sucht unsere Nähe, aber ohne einem auf die Nerven zu gehen und liebt es abends neben uns auf dem Sofa zu liegen um zu kuscheln. Alleine im Garten bleiben und rumschnüffeln. Kurz ja, aber dann muss sie schauen, wo denn Ihre Menschen geblieben sind. Die Dachterrasse ist sehr beliebt bei unseren Hunden. Sind wir nicht mit draußen, trabt immer mal wieder ein Dalmatiner oder Whippet rein, um zu schauen, dass wir ja nicht verschwinden. Zwingerhaltung oder bei Familien, bei denen Dalmatiner oder Whippets 8 Stunden pro Tag alleine bleiben müssen, ist für diese Hunde absolut ungeeignet, auch wenn sie zu mehreren gehalten werden.  Wir müssen unsere Hunde nur sehr selten und nur kurz mal alleine zu Hause lassen, was sie dann aber auch akzeptieren. Am liebsten kommen sie aber mit, z.B. zu Freunden, zum Essen im Restaurant, ins Pflegeheim, um die Mutter meines Freundes zu besuchen…. und natürlich mit in den Urlaub, der ohne unsere Hunde  für uns auch kein Urlaub wäre. Urlaub mit 4 Hunden ?!? Das geht prima, wenn die Hunde sehr gut erzogen und regelmäßig in neue Umgebungen mitgenommen werden.

CaraMia liebt die Abwechslung. Sie ist nicht wählerisch, was das Fressen anbetrifft, aber liebt es, wenn sie mal etwas anderes zu fressen bekommt. Am liebsten spielt sie Selbstversorger. Nein, vom Tisch hat sie bisher nicht geklaut, aber alle die in Maulhöhe hängenden Gartenhimbeeren im Garten unserer Freunde wurden gepflückt und gefressen. Unterwegs sammelt sie Himbeeren, Brombeeren und Äpfel.

Beim Training immer dasselbe nach Schema F wiederholen, das geht gar nicht. Cara’s Antworten: A) Nase runter und ziehen und nicht mehr auf den Besitzer reagieren,  Motto bin anderweitig beschäftig, B) sich abwenden und in der Umgebung herumschauen, C) sich demonstrativ hinsetzen und seinen Besitzer anschauen mit dem Blick „Wenn Du die Übung noch nicht kannst, bleibe ich hier gerne sitzen, bis Du zu Ende geübt hast.“

Immer wieder neue Spazierwege und Gegenden erkunden, das begeistert sie. Und dann noch eine Gelegenheit zum Baden und Buddeln zu haben, das ist die Krönung. Wir leben in der Nähe eines urwüchsigen Flusses, mit vielen seichten Stellen, an denen Hunde und Menschen gut baden können. Bei warmen Wetter fischen unsere Hunde Leckerlis aus dem Fluss, die wir hineingeworfen haben.

Untypisch für einen Dalmatiner: Cara ist nicht so verfressen, dafür unserer 13 jähriger Dalmatinerrüde Asjumo umso mehr – also gleichen sie sich aus.

CaraMia ist ein Bewegungsnaturell, aber ist dabei nicht hibbelig oder überdreht und unruhig. Sie liebt lange Spaziergänge (am besten die mit viel Abwechslung), Laufen und Herumtoben mit uns oder anderen Hunden. Dalmatiner zählen zu den Laufhunden, die zu ausdauerndem Laufen fähig sein sollen. Mit 2 x pro Tag 30 – 45 Minuten gemütlichen Spaziergang wäre Cara überhaupt nicht zu frieden. Wir sind morgens zwischen 1,5 und 2 Stunden unterwegs: Ein Stück jogge ich mit CaraMia und der Whippethündin Xena, dann folgt eine Abendteuerstrecke mit Schnüffelareal und Baumstämmen, auf denen sie balancieren oder die sie überspringen. Meistens findet Cara dann eine Stelle, an der sie unbedingt buddeln muss. Häufig arrangiere ich Suchspiele während des Spazierganges für die Hunde. Meistens treffen wir Hunde, mit denen sie um die Wette rennt und herumbalgt. Oder Cara zieht im Renngalopp Kreise durch hohes Gras. Der Dalmatiner muss mindestens 1 x am Tag Gelegenheit haben, ausgiebig  lossprinten zu können. Dann joggen wir wieder ein Stück. Oft treffen wir die Kinder des Waldkindergartens. Cara ist im Umgang mit den Kindern trotz ihres dalmatinischen Temperaments weniger stürmisch und nach kurzer Begrüßung sogar behutsam. CaraMia liebt Kinder und Jugendliche. Lernen Dalmatiner während der Prägephase (Geburt bis 16. Lebenswoche) Kinder kennen, sind sie meistens sehr kinderlieb. Kurz vor unserer Wohnung wird der Ausflug bei warmem Wetter noch mit einem ausgiebigem Bad in dem Fluss „Treene“ incl. Leckerlifischen beendet.

Cara spielt am frühen Nachmittag oft selbständig mit ihren Spielsachen und die restliche Zeit ruht oder schläft sie meistens und holt sich manchmal eine Streicheleinheit ab. Sie hat noch nichts zerbissen, bis auf 2 Blätter von besagter Kunststoffpflanze und hat etwas einen Benjamin (echte Pflanze) gerupft.

Spätnachmittag oder abends fahre ich manchmal ein kleines Stück Fahrrad und es folgt noch ein Spaziergang meist mit allen 4 Hunden, oft noch mit Gang durch unseren Ort. Oder ich fahre zum Trainingsplatz (4 x pro Woche), wo sie mit anderen Hunden läuft und spielt und wo wir üben (Gehorsamkeitsübungen, kleine Agilityübungen mit ganz niedrigen Hürden, Suchspiele u.ä.). Dauer ca. 1,5-2 Stunden, incl. Pausen.

Werden einem Dalmatiner diese oder ähnliche Aktivitäten und Abwechslung geboten, ist er ausgeglichen, freundlich, souverän, fröhlich und ein prima Familienmitglied. Mit ihm kann man um die Welt reisen und er geht mit einem durch dick und dünn.

Das Markenzeichen „Wohnung mit Dalmatinern“ hat CaraMia auch schon hinterlassen. Sie hat ihr Babyfell verloren, was wir an unseren Teppichen, Autositzen und Kleidungsstücken bemerken: Mehr oder weniger mit weißen Haaren behaftet. Natürlich auch mit braunen, aber die fallen nicht so auf.  Ein Teil verschwindet im Staubsauger und der Rest bleibt halt. Selbst aus der Lüftung unserer Autos strömt so manches Dallihaar heraus. Wenn ein Dalmatiner haart, dann gründlich. Manche Dalmatiner haaren ständig etwas. Also kein Hund für Sauberkeitsfanatiker, besonders dann nicht, wenn dunkle Teppiche in der Wohnung liegen. Übrigens: Unsere Whippets haaren nur wenig und oft überhaupt nicht.

Das vollständige Tagebuch ist hier zu finden!

Links:

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www.dalmatiner-ddc.de Deutscher Dalmatiner Club von 1920 e.V.

 

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www.cdf-dalmatinerverein.de Club der Dalmatinerfreunde